Der KfW-Studienkredit ist sehr flexibel gestaltet.
Der Kredit lässt sich auf die Bedürfnisse eines jeden Studierenden gut anpassen.

Viele Änderungen/Anträge sind direkt im Kreditportal der KfW möglich.

Zugriff auf dieses Portal erhält man nach Vertragsabschluss per Post von der KfW.
Es kann ein paar Wochen dauern, bis die Zugangsdaten ankommen.
Die Zugangsdaten kommen aus Sicherheitsgründen in zwei getrennten Briefen.

Bei einigen dieser Anpassungen muss ein Antrag bei der KfW gestellt werden, bzw. hier erfragt werden, welche genauen Regeln jeweils gelten.
Hier finden sich Kontaktmöglichkeiten.

Dieser Artikel dient als Übersicht, was beim KfW-Studienkredit alles möglich ist.

Monatlichen Betrag ändern


In der Auszahlungsphase kann die monatliche Summe im Bereich von 100 bis 650 € angepasst werden: Theoretisch wäre es möglich, jeden Monat eine andere Summe zu erhalten. Die Anpassung der monatlichen Summe ist hier aber erst ab dem zweiten geförderten Semester möglich.
Die Änderung muss bis zum 15. eines Monats beantragt werden, damit am 1. des Folgemonats die neue Summe ausbezahlt wird.


Es ist unter bestimmten Umständen - nach dem 6. Fachsemester - möglich, den monatlichen Auszahlungsbetrag auf 0 € zu setzen.
Das bietet sich an, wenn man zwischenzeitlich kein Geld mehr benötigt, sich aber die Möglichkeit offen halten will, später nochmal Auszahlungen zu bekommen.

Dafür muss mit der KfW im Vorlauf ein Zinsaufschub vereinbart werden.

Vor dem 6. Fachsemester empfehlen wir, den Betrag auf das Minimum von 100 € zu setzen und später bei Bedarf wieder zu erhöhen - einfach, weil das Setzen auf 0 € hier noch nicht möglich ist.

Zinsaufschub

In der Auszahlungsphase eines Bachelorstudiums oder eines Staatsexamens kann ab dem 7. Fachsemester und in der Karenzphase ein Zinsaufschub beantragt werden.

Die Voraussetzung hierfür ist der erbrachte Leistungsnachweis bzw. bei Promotionen der erbrachte Nachweis des akademischen Abschlusses.

Bei Master-, Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudien kann der Zinsaufschub direkt beantragt werden.

Sobald ein Zinsaufschub gültig ist, werden während der Auszahlungs- und Karenzphase erstmal keine Zinsen bezahlt. Die Zinsen werden dann zu Beginn der Tilgungsphase fällig und müssen standardmäßig in einer Summe zurückgezahlt werden. Es wäre aber auch möglich, die aufgeschobenen Zinsen dem offenen Darlehensbetrag zuzuschlagen, wodurch sie dann durch die monatlichen Tilgungsraten Stück für Stück beglichen werden.

Details dazu können bei der KfW unter 0800 539 9003 in Erfahrung gebracht werden.

Auszahlung beenden

Die Beendigung der Auszahlungsphase ist jeweils bis zum 15. eines Monats möglich. Durch die Beendigung landet der Kredit automatisch in der Karenzphase.


Sollte sich ein Kredit bereits in der Karenz- oder Tilgungsphase befinden, ist es auf Antrag möglich, wieder in die Auszahlungsphase zu wechseln.
Hier trifft die KfW dann die Entscheidung, ob die Wiederaufnahme der Zahlungen möglich ist.

Karenzphase verkürzen/verlängern

Die Karenzphase geht standardmäßig 18 Monate. Im Anschluss beginnt die Tilgungsphase, in der der Kredit zurückbezahlt wird.
Sollte man früher zurückzahlen wollen, kann man ein vorzeitiges Ende der Karenzphase im KfW-Portal beantragen - damit kann die Phase auf bis zu 6 Monate verkürzt werden.
Es ist auch möglich, die Karenzphase auf 24 Monate auszudehnen, falls man später zurückzahlen möchte.

Festzinsvereinbarung

Eine Festzinsvereinbarung kann mit der KfW in der Tilgungsphase getroffen werden. Dadurch werden die Zinsen für die Restlaufzeit des Kredits (maximal 10 Jahre) festgeschrieben.

Folgende Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein:

  • Die Tilgungsphase hat bereits begonnen oder beginnt am folgenden 1.4. bzw. 1.10.

  • Es besteht kein Zahlungsrückstand, die Rückzahlung wurde nicht gestundet oder eine Stundung beantragt.

Um eine Festzinsvereinbarung zu treffen, muss die KfW kontaktiert werden. Du findest

hier unter Konditionen weitere Informationen zu den Zinsen.


Tilgungsangebot

In der Karenzphase meldet sich die KfW mit einem Tilgungsangebot.
In diesem Tilgungsangebot ist vorgesehen, dass der Kredit innerhalb von 10 Jahren zurückbezahlt wird.

Dieses Angebot kann aber an die eigenen Bedürfnisse anpasst werden. Wichtig ist hierbei, dass die im Vertrag unter Punkt 3.3.1. genannten Voraussetzungen erfüllt bleiben.

Das Angebot der KfW sieht standardmäßig eine Rückzahlung über 10 Jahre vor.

In der Tilgungsphase kann die Rückzahlungsrate monatlich für den übernächsten Monat geändert werden.

Die KfW bietet einen Tilgungsrechner an. Damit kannst du deinen Kredit gerne einmal durchspielen.


Stundung

Es ist grundsätzlich möglich, die Rückzahlung für bis zu ein Jahr zu stunden.
Der KfW muss dafür nachgewiesen werden, dass man die Einkommensgrenze nach § 850c ZPO nicht überschreitet.
Details zur Stundung finden sich dann im Vertragsangebot unter Punkt 5.5.
Die KfW kann hierzu auch direkt kontaktiert werden.


Urlaubssemester

Während eines Urlaubssemesters werden die Auszahlungen automatisch gestoppt und wiederaufgenommen, sobald man wieder "normal" immatrikuliert ist.

Bis zu vier Urlaubssemester können insgesamt während der Förderung durch den KfW-Studienkredit genommen werden.
Diese Semester werden nicht von den förderbaren Semestern abgezogen.
Dadurch wird der Kredit quasi nur pausiert.

Eine Studienbescheinigung zum Urlaubssemester muss, wie sonst auch, über das KfW-Portal eingereicht werden. Geschieht dies nicht, wechselt der Kredit in die Karenzphase.

Wenn ein Kredit in der Karenzphase ist, müsste ein Antrag auf Wiederaufnahme gestellt werden.

Studienfachwechsel

Das finanzierte Studienfach und auch die Hochschule kann ohne Schwierigkeiten geändert werden. Dadurch enden die Auszahlungen nicht.

Jedes vor dem Wechsel liegende Semester des ersten finanzierten Studienfachs, wird als Fördersemester gezählt. Durch den Wechsel verschiebt sich der Zeitpunkt für den Leistungsnachweis nicht.

Wenn man beispielsweise insgesamt für 8 Semester gefördert werden kann und nach dem 3. Semester wechselt, kann man im neuen Studienfach/bei der neuen Hochschule, weitere 5 Semester gefördert werden.
Die Anzahl der finanzierbaren Semester steht deshalb bereits bei Vertragsabschluss fest. Wie lange das dann ist, ist im Vertrag unter 1.1. zu finden.

Kündigung

Der normale Verlauf des Kredits wäre, die Auszahlungen zu beenden, wodurch der Kredit in der Karenz- und später der Tilgungsphase landet.
Die Rückzahlung erfolgt dann in der Tilgungsphase.

Der Kredit kann aber auch gekündigt werden.

Die offene Restschuld muss dann in einer Summe innerhalb von 14 Tagen beglichen werden - ansonsten gilt die Kündigung als unwirksam.

Sondertilgungen

Es ist in jeder Phase des Kredits möglich, Sondertilgungen in beliebiger Höhe zu leisten.
Dadurch entstehen keine Nachteile wie Strafzinsen, Vorfälligkeitsgebühren oder Ähnliches, wie es teilweise bei anderen Krediten der Fall ist.

Sollten Fragen zu einem der Punkte auftreten, meldet euch gern direkt bei der KfW oder bei uns im Chat bzw. per Mail an [email protected].

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